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Gastbeitrag von Steffen Schwerdtfeger: Enterprise Mobility Management – einheitliche Lernumgebungen für Tablet-Klassen aus der Cloud

Der Einsatz mobiler Endgeräte ist aus der Schule nicht mehr wegzudenken. Neben pädagogischen Aspekten entstehen auch neue Anforderungen an die IT. Konzepte zur Einrichtung, Verwaltung und Wartung sind bei stetig wachsender Geräte-Anzahl unabdingbar, um den Zusatzaufwand im Rahmen zu halten, aber dennoch skalierbar zu bleiben. Mobile-Device-Management- (MDM) bzw. Enterprise-Mobility-Management-Lösungen (EMM) verfolgen diese Ziele und sind in vielen Unternehmen bereits im Einsatz. Welche Anforderungen hat eine schulische Tablet-Klasse an solche Systeme und wie gestaltet sich der praktische Einsatz? Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit an der Hochschule der Medien Stuttgart wurden diese Fragestellungen beleuchtet und am Beispiel von Microsoft Intune praktisch erprobt.

„Digitalisierung“ ist aktuell als Stichwort in aller Munde, um Schülerinnen und Schüler auf die Entwicklungen der digitalisierten Welt vorzubereiten. So auch beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg, das mehrere Maßnahmen zur Erprobung des Einsatzes digitaler Technik im Unterricht vorsieht. Beispiele hierfür sind Projekte mit Tablet-Klassen. Unabhängig vom Land stattete die Realschule Neuffen im Schuljahr 2016/2017 bzw. 2018/2019 zwei eigene Pilot-Klassen mit Surface-Tablets aus. Mithilfe einer zentralen Verwaltung soll der Installations- und Verwaltungsaufwand der rund 60 Geräte optimiert Werden.

Mobile Device Management (MDM) ermöglicht die zentrale Verwaltung von mobilen Endgeräten. Durch die Integration der Geräte in die IT-Infrastruktur einer Schule sind sie aus der Ferne überwach- und steuerbar. Enterprise-Mobility-Management-Lösungen (EMM) gehen noch einen Schritt weiter, indem sie MDM-Systeme um Verwaltungsoptionen für Applikationen und Daten erweitern. Einstige MDM-Lösungen wurden mit der Zeit um solche Funktionen erweitert und bilden nun EMM-Systeme. Im alltäglichen Sprachgebrauch sind diese Begriffe zunehmend miteinander verschmolzen.

Anforderungen an eine zeitgemäße Verwaltung von Tablet-Klassen

Im Rahmen der Bachelor-Arbeit mit dem Titel „Mobile Device Management im Umfeld einer Unterrichtsklasse mit Tablets und die praktische Anwendung“ erfolgte eine Analyse der vorhandenen (IT-)Infrastruktur und Anforderungen der Projektbetreuer der Pilot-Klassen. Diese wurden in einem Katalog gesammelt und mit MDM-Lösungen am Markt verglichen.
Grundlegend für Wahl einer geeigneten MDM-Lösung sind Eigenschaften wie die Kompatibilität mit eingesetzten Betriebssystemen (z. B. Windows, iOS oder Android) und die Integrationsmöglichkeiten bereits vorhandener Dienste (z. B. Office 365, Identitätsdatenbanken).

Funktionale Anforderungen bestehen in den folgenden Bereichen: Inventarisierung (Übersicht bzw. Detailangaben zu registrierten Geräten), Software-/Patchverteilung (Ausspielen von Apps und Updates), Konfigurations-Management (Richtlinien), Diagnose-, Backup-, Sicherheitsfunktionen sowie Möglichkeiten zur Problem-Abwicklung und schulspezifische Funktionen. Gleichzeitig verfolgt die Schule diverse nichtfunktionale Anforderungen, wie zum Beispiel die Verringerung des Einrichtungsaufwands und Skalierbarkeit auf weitere Tablet-Klassen.

Profile, App-Verwaltung, Geräteanmeldung: die Möglichkeiten von Microsoft Intune

Microsoft Intune schnitt bei der Gegenüberstellung mit anderen EMM-Lösungen am besten ab und wurde im Anschluss praktisch implementiert und erprobt. Endgeräte erhalten durch die cloudbasierte EMM-Lösung vordefinierte Profile. Darunter unter anderem Geräteeinstellungen, E-Mail-, WLAN- und Sicherheitsprofile. So können diverse Funktionen vom Betriebssystem eingestellt und gleichzeitig für Schülerinnen und Schüler gesperrt werden. Neben klassischen Einstellungen, wie zum Beispiel Kennwortrichtlinien oder Verwendung drahtloser Schnittstellen und Installationsrechte, lassen sich auch das Startmenü-Layout und weitere Bereiche der Geräte zentral personalisieren.

Als klassische EMM-Lösung ermöglicht Intune auch die Verwaltung von Applikationen. Schnittstelle hierfür ist der Microsoft Store für Bildungseinrichtungen, indem Schulen ihren eigenen App-Katalog pflegen können. Neben kostenfreien Apps können auch Lizenzen für kostenpflichtige Apps gekauft und Endnutzern bereitgestellt werden. In Intune werden die Apps im Anschluss für definierte Gruppen bereitgestellt und bedarfsweise automatisch im Hintergrund installiert, was auch mit Word, Excel, PowerPoint und Co. sowie MSI-Paketen möglich ist.

Sind in Intune alle notwendigen Einstellungen gesetzt, folgt das Einschreiben der Geräte. Dies geschieht auf Wunsch automatisch durch die Anmeldung mit einem Schulkonto im Einrichtungsassistent von Windows 10. Das Gerät bezieht im Anschluss die Richtlinien der Schule und installiert die bereitgestellten Programme. Mittels „AutoPilot“ und der Anzeige des Einrichtungsfortschritts kann dieser Prozess noch detaillierter gesteuert werden. Endnutzer werden während der Einrichtung zur Anmeldung mit dem Schulkonto gezwungen, um automatisch die Einrichtungsvorgaben der Schule zu übernehmen.

Wie gestaltet sich der praktische Einsatz der EMM-Lösung in der Tablet-Klasse?

Im Anschluss an die Bachelor-Arbeit rollte die Realschule Neuffen Intune für eine neu gestartete Tablet-Klasse im Schuljahr 2018/19 aus. Nachdem alle Geräte der Schule zugeordnet waren („AutoPilot“), meldeten sich die Schülerinnen und Schüler in kleineren Gruppen jeweils mit deren Office-365-Konten an den Geräten an und richteten die Gesichtserkennung von „Windows Hello“ ein. Der Rest wurde automatisch aus der Cloud gesteuert: Die Geräte registrierten sich bei Intune, wendeten die vordefinierten Richtlinien an und installierten diverse Apps, Office und Co. Innerhalb eines Vormittags war der Klassensatz mit rund 30 Tablets eingerichtet und konnte am nächsten Tag im Unterricht eingesetzt werden.

Neben der Verringerung des Einrichtungs- und Verwaltungsaufwands schaffen EMM-Lösungen einheitlich und gleichbleibend eingerichtete Lernumgebungen, die eine solide technische Grundlage für den unkomplizierten Einsatz im Unterricht darstellen. Gleichzeitig bilden sie den Grundstein für die Skalierbarkeit auf weitere Tablet-Klassen. Manuelle Handgriffe bei der Einrichtung werden von cloudbasierten Prozessen abgelöst – kurz gesagt: Gerätebereitstellung der nächsten Generation.

Microsoft Intune-Lizenzmodelle im Überblick

Es gibt unterschiedliche Preis- und Lizenzmodelle für Microsoft Intune for Education.

Intune for Education Standalone

Diese Variante beinhaltet nur die Intune for Education Lizenz und wird nutzerbasiert abgerechnet (Preis pro Nutzer und Monat). Die Lizenzen werden ausschließlich über zertifizierte Microsoft-Partner vertrieben.

Intune for Education als Paketbestandteil

Die EMM-Lösung ist ebenfalls Bestandteil verschiedener Microsoft-Pakete wie Microsoft 365 A1 (gerätebasiert), Microsoft 365 A3 und A5 (nutzerbasiert), Office 365 A3 und A5 (nutzerbasiert). Nutzt ein Schule bereits eine der genannten Produktvarianten, ist Intune für Education also bereits enthalten.

Steffen Schwerdtfeger

Steffen Schwerdtfeger

Steffen Schwerdtfeger studierte an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Er verfasste seine Bachelor-Arbeit mit dem Titel „Mobile Device Management im Umfeld einer Unterrichtsklasse mit Tablets und die praktische Anwendung“ und begleitet in diesem Rahmen erfolgreich ein Tablet-Pilot-Projekt an der Realschule Neuffen.

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