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Alterssimulationsanzug: Was ist das und wie funktioniert es?

Alterssimulationsanzug

Quelle: bing.com

Seit 30 Jahren werden sogenannte Alterssimulationsanzüge oder – kürzer – Altersanzüge in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt. Viele Menschen haben schon davon gehört, aber um was es genau geht, wissen nur wenige.

  1. Alterssimulationsanzug: Definition, Beschreibung

  2. Welche Veränderungen und Einschränkungen simuliert ein Alterssimulationsanzug?

  3. Einzelteile eines Alterssimulationsanzug

  4. Alterssimulationsanzug: Das Spektrum der Einsatzbereiche

  5. Beurteilung der Methode Alterssimulationsanzug

  6. Seit wann gibt es Alterssimulationsanzüge?

  7. Zusammenfassung

1 Alterssimulationsanzug: Definition, Beschreibung

Unter einem Alterssimulationsanzug, auch bezeichnet als Altersanzug oder Alterssimulator, versteht man ein Set von Einzelteilen, die man am Körper anlegen kann, um Funktionseinschränkungen der Sinne und physische Einschränkungen zu erleben, die für die meisten Menschen mit dem Alter verbunden sind.

Insbesondere jüngere Menschen können durch die Selbsterfahrung mit einem Alterssimulationsanzug eine Vorstellung bekommen, mit welchen Herausforderungen viele alte Menschen täglich zu kämpfen haben. Als Ergebnis des „Erlebnis Alter“ mit einem Alterssimulationsanzug berichten Teilnehmer u.a. über mehr Empathie und Geduld, was vor allem für Pflegekräfte in der Altenpflege von grosser Bedeutung ist.

Entwickler von Produkten, Architekten usw. berichten von sehr guten Anregungen und Ideen, die durch das Tragen eines Alterssimulationsanzugs ausgelöst wurden. Diese Impulse können helfen, Produkte, Verpackungen, Gebäude usw. zu gestalten, die besser abgestimmt sind auf die Bedürfnisse älterer Menschen.

Kurz formuliert fungiert ein Alterssimulationsanzug als Brücke des Verständnisses zwischen Jung und Alt. Auf diese Weise fördert die Methode Alterssimulation den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Generationen.

2 Welche Veränderungen und Einschränkungen simuliert ein Alterssimulationsanzug?

Ein professioneller Alterssimulationsanzug kann diese altersbedingten Veränderungen simulieren.

Alterssimulationsanzüge versuchen u.a. die folgenden Veränderungen zu simulieren, die mit dem gesunden Altern verbunden sind: veränderte Grobmotorik und nachlassende Feinmotorik, Einschränkungen des Hör- und Sehvermögens, nachlassende Muskelkraft. Alterssimulationsanzüge verschiedener Hersteller unterscheiden sich darin, welche Veränderungen sie simulieren und – vor allem – durch die Qualität der erzeugten Simulation.

Im Einzelnen geht es um die geringere Beweglichkeit der Arm- und Beingelenke sowie der Wirbelsäule. Dies hat Auswirkungen auf viele Aktivitäten des täglichen Lebens, die man mit einem Alterssimulationsanzug erleben kann, z.B. wenn man einen Gegenstand aus einem hohen Regal nehmen möchte, beim Treppesteigen oder beim Bücken, um sich die Schuhe zu schnüren. Ein weiterer Aspekt ist ein verändertes Gangbild (gait), das aufgrund nachlassender Muskelkraft und verringerter Gelenkigkeit entsteht, z.B. mit kleineren Schritten und geringerer Ganggeschwindigkeit.

Sensorisch ist Altern mit Veränderungen des Hörvermögen und des Sehvermögens verbunden, die sich mit einem Alterssimulationsanzug nachempfinden lassen. Weit verbreitet für Menschen über 65 Jahre ist die sogenannte Altersschwerhörigkeit, die vor allem die hohen Töne des akustischen Spektrums betrifft (Hochtonschwerhörigkeit). Da die hohen Frequenzen für das Sprachverstehen sehr wichtig ist, führt die Hochtonschwerhörigkeit zu alltagsrelevanten Problemen bei der sprachlichen Kommunikation mit anderen und kann zu Rückzug und Isolation führen. Bei Experimenten oder Veranstaltungen mit einem Alterssimulationsanzug wird dies von vielen Probanden als sehr belastend beschrieben.

Eine weitere sensorische Veränderung des Alters, die ein guter Alterssimulationsanzug simulieren kann, ist die sogenannte Alterssichtigkeit. Darunter versteht man die nachlassende Fähigkeit des menschlichen Auges, Gegenstände im Nahbereich (bis ca. 1 m) scharf abzubilden. Diese Alterserscheinung lässt sich fast immer mit einer sogenannten „Lesebrille“ beheben.

Anders liegt der Fall bei Veränderungen des Farbensehens, die viele Alterssimulationsanzüge mehr oder weniger gut simulieren: Veränderungen des Farbensehens werden verursacht durch eine im Laufe der Jahre zunehmende Vergilbung der Linse des menschlichen Auges. Abhilfe ist hier nur möglich im Wege einer Katarakt-Operation mit Entfernung der Linse. Ansonsten leben viele ältere Menschen mit einer etwas anderen Farbwahrnehmung als Jüngere. Vor allem die Unterscheidung von geringen Farbabstufungen und Pastelltönen kann schwierig sein. Mit einem gut konstruierten Alterssimulationsanzug lässt sich dies anschaulich vermitteln und führt häufig zu Aha-Erlebnissen.

Ein letzter Aspekt des Alterns, den Alterssimulationsanzüge simulieren, ist die im Alter abnehmende Muskelmasse (Sarkopenie). Dies führt zu geringerer Impulskraft und Ausdauerkraft. Davon betroffen sind u.a. die Armkraft und die Handkraft. Wer im Alterssimulationsanzug versucht, schwere Gegenstände zu heben oder den Schraubdeckel eines Gurkenglases zu öffnen, erkennt schnell, warum diese Tätigkeiten im Alter immer mühevoller werden oder gar nicht mehr möglich sind. Auch die Ausdauerbelastbarkeit wird schwächer. Längere Spaziergänge, Einkäufe erledigen oder Gartenarbeit werden deshalb als anstrengender erlebt. Selbst gut trainierte junge Männer, die das Tragen eines Alterssimulationsanzugs zu Beginn als sportliche Herausforderung betrachten, sind nach einer halben Stunde froh, wenn sie sich hinsetzen dürfen, um eine Pause zu machen.

3 Einzelteile eines Alterssimulationsanzug

Simulation von Hören, Sehen, Grobmotorik, Feinmotorik, Muskelkraft

Fast alle Alterssimulationsanzüge verwenden irgendeine Methode, um das Hören zu erschweren. Dies können Gehörschutzstöpsel sein oder Gehördämpfer.

Um die Veränderungen des Sehens zu simulieren, werden verschiedene Lösungen eingesetzt. Das Spektrum reicht von zerkratzten Schutzbrillen über Skibrillen bis hin zu professionell konstruierten Brillen und Visieren.

Fast jeder im Markt befindliche Alterssimulationsanzug simuliert die im Alter verringerte Beweglichkeit der Gelenke durch Bandagen an Ellenbogen und Kniegelenken. Ähnlich setzt fast jeder Alterssimulationsanzug auf Gewichte an Hand- und Fussgelenken und auf eine Gewichtsweste. Ziel der Gewichtsbelastung ist es, einen Eindruck vom Kraftverlust im Alter zu simulieren. Hochwertige Alterssimulationsanzug-Modelle nähen die verwendeten Gewichte in Overalls bzw. Anzüge (bestehend aus Jacke und Hose) ein. Vorteil dieser Methode ist eine realistischere Simulation der abnehmenden Muskelkraft. Ausserdem wird durch einen solchen echten Alterssimulationsanzug (der die Bezeichnung „Anzug“ verdient) die Grobmotorik alterstypischer verändert.

Schliesslich verfügt fast jeder Alterssimulationsanzug über Handschuhe, durch welche die im Alter verringerte Sensibilität der Fingerspitzen, sowie die nachlassende Feinmotorik simuliert werden soll. Auch hier gibt es grosse Unterschiede der verwendeten Handschuhe und dementsprechend der Qualität der erzielten Alterssimulation. Man findet Arbeitshandschuhe, Skihandschuhe, Latexhandschuhe oder aufwendigere Lösungen mit speziellen Textilhandschuhen, deren Textur das Übertragen von Kraft erschwert.

4 Alterssimulationsanzug: Das Spektrum der Einsatzbereiche

Alterssimulationsanzüge werden in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten und Branchen verwendet, u.a.

  • Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung, Personaltraining und Personalentwicklung
  • Arbeitsplatzgestaltung (Ergonomie), betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Produkt und Verpackungsgestaltung
  • Stadt- und Raumplanung, Architektur
  • Automobilbranche

Alterssimulationsanzüge in Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung, Personaltraining und Personalentwicklung

Einer der Schwerpunkte im Einsatz von Alterssimulationsanzügen ist die Ausbildung und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal, das in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für alte Menschen beschäftigt ist.

Pflegekräfte spüren im Alterssimulationsanzug wie es sich anfühlt, wenn man als alter Mensch aus der Liegeposition aufstehen soll.

Viele Pflegeschulen (Altenpflegeschulen) verfügen über einen Alterssimulationsanzug. Auch in vielen medizinischen Fakultäten von Universitäten gehört ein Alterssimulationsanzug heute zu den Lehrmitteln, vor allem wenn es um die Ausbildung und Weiterbildung von Geriatern (Altersmediziner) geht.

Ein weiterer Schwerpunkt für die Verwendung von Alterssimulationsanzügen sind Dienstleistungsbranchen, in denen das Personal viel Kontakt mit älteren Kunden hat. Als Beispiele lassen sich nennen: Einzelhandel, Banken, Öffentlicher Personennahverkehr (Busfahrer, Strassenbahnfahrer).

Alterssimulationsanzüge für Arbeitsplatzgestaltung (Ergonomie), betriebliches Gesundheitsmanagement

Das Erlebnis Alter mit einem Alterssimulationsanzug sensibilisiert Arbeitsplatzgestalter und Ergonomen für die Gestaltung von Arbeitsplätzen, die im Wege des demografischen Wandels (Erhöhung des Rentenalters) zunehmend von älteren Mitarbeitern besetzt sind. Hier geht es darum, natürlicherweise nachlassende körperliche Fähigkeiten durch sensible Gestaltung der Arbeitsplätze auszugleichen, z.B. durch höhere Beleuchtungsstärken, kraftunterstützende Hilfsmittel, Schallreduktion.

Video: Junge Mitarbeiter testen mit einem Alterssimulationsanzug, wie es älteren Kollegen gehen kann.

Ein häufiges Problem besteht darin, dass jüngere Vorgesetzte keine Vorstellung davon haben, wie mühevoll viele Arbeiten für ältere Mitarbeiter oder Kollegen sind. Durch das Tragen eines Alterssimulationsanzugs kann dieses „AgeGap“ überbrückt werden.

Fallbeispiel für den gelungenen Einsatz eines Alterssimulationsanzugs: In einem Produktionsbetrieb für Kosmetika klagten ältere Mitarbeiterinnen darüber, dass die Montage eines Sprühknopfes auf eine Deodorant-Dose sehr mühevoll sei. Der Vorgesetzte, ein Mann im Alter von Mitte 30, tat dies als „Jammern“ ab. Durch eine Initiative des Betriebsrats wurde ein Experiment mit einem Alterssimulationsanzug organisiert. Das Resultat war durchschlagend: Der junge Vorgesetzte erkannte, dass die Klagen der Mitarbeiterinnen berechtigt waren, entschuldigte sich und sorgte für Abhilfe.

Ein weiteres betriebliches Einsatzgebiet ist ein Alterssimulationsanzug bei Gesundheitstagen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Hier geht es darum, jüngeren Mitarbeitern einen Eindruck von – zum Teil vermeidbaren – Altersdefiziten zu vermitteln und sie für Präventionsprogramme zu motivieren. Ein häufiger positiver Nebeneffekt der „Reise in’s Alter“ mit einem Alterssimulationsanzug ist mehr Verständnis für ältere Kollegen, die sich schon in diesem Alter befinden.

Alterssimulationsanzug in der Produkt- und Verpackungsgestaltung

Vor dem Hintergrund einer steigenden Lebenserwartung und damit steigendem Anteil alter Kunden investiert eine wachsende Zahl von Unternehmen in eine angepasste Produkt- und Verpackungsgestaltung und nutzen dazu das Konzept Alterssimulationsanzug. Es geht u.a. um intuitiv bedienbare Haushaltsgeräte, deren Bedienfelder an sensorische Einschränkungen älterer Gebraucher angepasst sind. Als positive Beispiele lassen sich Miele und Bosch nennen. Auch Produkte für Küche und Bad sind wichtige Ansatzpunkte für eine altersgerechte Gestaltung. Führend im Sektor Küche ist der Möbelbeschlaghersteller Julius Blum im österreichischen Höchst. In diesem Unternehmen nutzt die Entwicklungsabteilung einen Alterssimulationsanzug. Darüber hinaus sind in vielen Verkaufsniederlassungen weltweit Alterssimulationsanzüge im Einsatz.

Mit dem Alterssimulationsanzug AgeExplorer erforscht das Unternehmen Julius Blum Bewegungsabläufe älterer Küchennutzer. Foto: Blum

In der Verpackungsbranche geht es vorrangig darum, mit einem Alterssimulationsanzug die Funktionalität von Verpackungen zu testen und Anregungen für Optimierungen zu bekommen. Zur Funktionalität zählen Aspekte wie die folgenden: Lesbarkeit der Verpackungsschriften, leichtes Öffnen und Entnehmen, Wiederverschliessen, Entsorgen. Beim Test und bei der Optimierung dieser Packungseigenschaften kann ein Alterssimulationsanzug wertvolle Inputs geben.

Alterssimulationsanzug in Stadtplanung und Architektur

In Architektur, Stadt- und Raumplanung geht es um die Gestaltung einer Lebensumgebung (Umwelt), die alten Menschen möglichst lange ein selbständiges Leben ermöglicht. Städte und Gemeinden nutzen dazu Alterssimulationsanzüge, um ihre Verkehrs- und Umweltplaner für die Bedürfnisse älterer Mitbürger zu sensibilisieren. Wohnungsbaugesellschaften, die neue Objekte planen oder im Bestand Renovierungen vornehmen wollen, suchen ebenfalls den Input durch einen Alterssimulationsanzug.

Wer in einem Alterssimulationsanzug versucht hat, eine Badwanne der 60er Jahr zu verlassen, bekommt sehr schnell ein Gefühl, auf was es bei einer seniorengerechten Gestaltung ankommt.

Wenn Planer und Architekten durch die Selbsterfahrung Alter sensibilisiert werden, sind sie offener und kooperativer für Wünsche und Anforderungen der Bauträger. Eine besonders wichtige Rolle spielt einer solcher Input, wenn Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser geplant werden. So hat die Stadt Zürich in den Jahren 2021 und 2022 fast hundert Bauverantwortliche für Altenzentren mit Alterssimulationsanzügen geschult.

Alterssimulationsanzug in der Automobilbranche

Eine lange Tradition hat das Thema Alterssimulationsanzug in der Automobilindustrie. FORD hat schon in den 1990er Jahren einen Alterssimulationszug genutzt. Inzwischen ist die 4. Generation im Einsatz. Auch andere Automobilmarken nutzen Alterssimulationsanzüge, u.a. BMW, Mercedes, Toyota, Honda, MAN Trucks.

Einsatzgebiete für einen Alterssimulationszug sind vorwiegend das Innenraumdesign der Fahrzeuge sowie die Zugänglichkeit (Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen, Tanken/Laden usw.). Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Automobile, die intuitiv bedienbar sind und Fahrfehler verzeihen.

MAN Trucks analysieren Fahrzeuge mit dem Alterssimulationsanzug AgeMan ®, um sie für ältere Berufskraftfahrer bequemer und sicherer zu gestalten.

5 Beurteilung der Methode Alterssimulationsanzug

Seit über 30 Jahren werden verschiedene Methoden der Alterssimulation in der Aus- und Fortbildung von Pflegekräften und Ärzten eingesetzt. Eine Meta-Studie (Auswertung vorhandener Studien) einer britischen Universität ist 2020 der Frage nachgegangen, welche Vorteile und eventuelle Nachteile sich aus der Selbsterfahrung des Alters ergeben und worauf Hochschulen, Schulen und sonstige Bildungseinrichtungen beim Einsatz von Alterssimulationsanzügen achten sollten.

Übereinstimmendes Ergebnis: Der Einsatz von Alterssimulationsanzügen ist sinnvoll

Die Studie wertete insgesamt 17 Untersuchungen aus, die zwischen Januar 2000 bis Januar 2020 veröffentlicht wurden. Drei dieser Studien fanden keinen Effekt der durchgeführten Alterssimulationen auf die Einstellungen und Gefühle der Studienteilnehmer. Die grosse Mehrheit von 11 Studien konnte zeigen, dass Alterssimulationen positive Einflüsse auf die Studienteilnehmer hatten. In drei der betrachteten Studien wurden negative Effekte der Methode Alterssimulation beobachtet, vor allem eine Erhöhung der Ängste vor dem eigenen Alter. Um dies zu vermeiden, empfehlen die Autoren, jede Schulung mit einem Alterssimulationsanzug durch eine gemeinsame Reflektion der Erfahrung zu schliessen.

Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer bezeichnete die Selbsterfahrung des Alters mit einem Alterssimulationsanzug als sehr nützlich und äusserte, dass es ihren Blickwinkel auf ältere Menschen verändert habe. Noch klarer zeigte sich ein positiver Einfluss der Alterssimulation auf die Empathie-Levels der Probanden im Hinblick auf ältere Menschen. Ein weiterer Aspekt: Durch das eigene Erlebnis des Altseins können jüngere Menschen in die Lage versetzt werden, sich ein fundiertes, differenziertes Bild des Alterns und der entsprechenden Verhaltensweisen anzueignen.

Die Alterssimulationen waren sehr unterschiedlich. In manchen Studien wurden lediglich Simulationsbrillen eingesetzt, die einen Eindruck von altersbedingten Seheinschränkungen geben. Andere Studien ergänzten solche Brillen um weitere Gegenstände, die Einschränkungen des Alters darstellen sollten, z.B. Gelenkbandagen, Gewichte. In sechs der Studien wurden die seit 1994 bekannten kompletten Alterssimulationsanzüge (age suits) eingesetzt.

Äusserungen von Schulungsteilnehmern über die Selbsterfahrung mit einem Alterssimulationsanzug

Eine Bestätigung für den durch einen Alterssimulationsanzug erzielbaren Nutzen sind auch die in Seminarbewertungen formulierten Kommentare von Teilnehmern:

«Jetzt kann ich mir gut vorstellen, warum sich einige ältere Bewohnende zurückziehen in ihre Räume oder auch in ihre Welt: Sie fühlen sich aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen isoliert bzw. erschöpft und das wiegt stärker als ein Interesse, am Geschehen um einen herum aktiv teilzunehmen.»

«Durch den Alterssimulationsanzug wird alles schwieriger, mühsamer, man fühlt sich schwerfällig und unsicher. Jetzt habe ich noch mehr Verständnis dafür.»

«Ich werde jetzt mit Sicherheit mehr Verständnis und Geduld für Ältere aufbringen, die sich unsicher fühlen, langsamer agieren oder aus Sicht Jüngerer ungeschickt handeln.»

Quelle: https://www.gerontologieblog.ch/alterssimulationsanzuege-in-der-aus-und-weiterbildung/

6 Seit wann gibt es Alterssimulationsanzüge?

Alterssimulationsanzüge gibt es Beginn der 1990er Jahre. Vorher gab es Experimente mit einzelnen Simulationsgegenständen, z.B. mit Creme verschmierte Brillen, dicken Handschuhen usw.

Als Erfinder der Produktgruppe Alterssimulationsanzug gilt Dr. Gundolf Meyer-Hentschel, der im Mai 1994 den ersten kompletten Alterssimulationsanzug vorstellte.

Lesen Sie hier, was damals passierte: https://ageexplorer.com/erfinder-alterssimulationsanzug-gundolf-meyer-hentschel-1994/#erfindung

7 Zusammenfassung

Ein Alterssimulationsanzug besteht aus einer Reihe von Komponenten, die am Körper getragen werden, um die mit dem Altern verbundenen sensorischen und physischen Einschränkungen zu erleben.

Er hilft jüngeren Menschen, die täglichen Herausforderungen zu verstehen, mit denen viele ältere Menschen konfrontiert sind, und fördert das Einfühlungsvermögen und die Geduld, was besonders für Pflegekräfte in der Altenpflege wichtig ist.

Der Alterssimulationsanzug simuliert Veränderungen, die mit gesundem Altern einhergehen, wie z. B. veränderte grob- und feinmotorische Fähigkeiten, Hör- und Sehbehinderungen sowie nachlassende Muskelkraft.

Alterssimulationsanzüge werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter Bildung, Arbeitsplatzgestaltung, Produkt- und Verpackungsdesign, Stadtplanung, Architektur und Automobilindustrie.

Eine Studie, in der die Wirksamkeit von Alterssimulationsanzügen in der Aus- und Weiterbildung untersucht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Teilnehmer die Erfahrung mit einem Alterssimulationsanzug als sehr nützlich empfindet und berichtet, dass sie ihre Sichtweise auf ältere Menschen positiv verändert hat.

Der Alterssimulationsanzug wurde von Dr. Gundolf Meyer-Hentschel erfunden und im Mai 1994 erstmals vorgestellt.


Viele weitere Informationen zum Thema Alterssimulationsanzug bzw. Altersanzüge oder Alterssimulatoren – Historie, verschiedene Modelle, wissenschaftliche Validität und Videos finden sie auf https://alterssimulationsanzug.com

Wenn Sie sich für einen Alterssimulationsanzug interessieren, können Sie hier den PDF-Produktkatalog für den Altersanzug AgeMan anfordern: https://ageman.com/alterssimulationsanzug-preisliste/

Zuerst erschienen auf https://ageman.com/alterssimulationsanzug/alterssimulationsanzug-was-versteht-man-darunter-beschreibung/

Der Beitrag Alterssimulationsanzug: Was ist das und wie funktioniert es? erschien zuerst auf AgeMan® (2023) Alterssimulationsanzug.



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