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Jagshemash!

Helge Schneider auf Englisch. Kann das funktionieren? Wohl kaum. Es gibt Einfach eine Form von Humor, die sich schwer oder gar nicht übersetzen lässt.
Und genau das trifft auch auf Borat zu. Wer Borat noch nicht kennt und des Englischen einigermaßen mächtig ist, der schaue sich bitte zunächst den folgenden Trailer an.



Borat ist Journalist aus Kasachstan und reist in die USA, um eine Reportage über die dortigen Sitten und Gebräuche zu drehen. Borat wird vom britischen Komiker Sascha Baron Cohen zum Leben erweckt - der gleiche Typ, der auch Ali G. erschaffen hat. Eigentlich geht Cohen Mit Seiner Borat-Figur konsequent den Weg, den er mit seiner Ali G.-Figur angefangen hat, bis zum bitteren Ende. Und das heißt jenseits aller denkbaren politisch korrekten (Geschmacks-)Grenzen. Mit seiner Ingnoranz gegenüber Zigeunern, Juden, Schwulen und natürlich Frauen lockt er seine amerikanischen Interviewpartner fast immer aus der politisch korrekten Deckung.
Am zweiten November läuft Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan auch bei uns im Kino und zwar in einer synchronisierten Fassung, bei der es einem die Schuhe auszieht.



Vor einiger Zeit kursierte noch ein Trailer durchs Netz, in dem es nur Untertitel gab. Das wäre sicher die elegantere Lösung gewesen. Denn synchronisiert wird die Kunstfigur Borat bestenfalls zur mittelmäßigen Kaya-Yanar-Imitation. Und Das Ist einfach schade. Die Tatsache, dass dieser Film für das deutsche Publikum vollständig übersetzt wird, zeigt wie wenig man dem Gespür für Komik und den Englischkenntnissen Der Zuschauer hierzulande traut. Das Problem Der Synchronsiation ist weniger das der Gefahr des Nichtverstehens auf Seiten der Zuschauer, als vielmehr ein Problem der Kastration der Kunstfigur Borat. Mit der Übersetzung nimmt man der Figur ihre Genialität. Cohen verkörpert diese Figur so kompromisslos wie es ein deutscher Synchronsprecher einfach nicht kann.
Den synchronisierten Dialekt kann man bestenfalls halbherzig nennen. Und das ist ein Phänomen, dass sich auch in synchronisierten Spielfilmen oder Serien zeigt. Wenn in Hollywood das Drehbuch eine(n) Deutsche(n) vorsieht, wird einfach ein(e) Deutsche(r) verpflichtet. Da kommt der Dialekt quasi gratis daher und das auch noch 100% authentisch. Man denke nur an die ganzen Nazis in den Spielberg-Filmen.
Bei Borat handelt es sich allerdings eher um einen Dokumentarfilm. Und da hört man gleich die nächste Schieflage. Wenn man sich Dokumentationen anhört, die von professionellen Synchronsprechern und Schauspielern gesprochen werden, hat man ständig das Gefühl etwas zu verpassen bzw. etwas nicht mitzukriegen. Man kann das sehr schön auf Arte analysieren, wo wochentags um 20:15 regelmäßig (meistens französische) Dokus in genau dieser Mache daherkommen. Sie sind als Reality-Dokus ohne Hintergrundsprecher angelegt. Professionelle Schauspieler versuchen Authentizität mit Bühnensprache zu heucheln, was sich immer wieder schräg und unpassend anhört.
Beim Betrachten von Borats Interviews wünscht man sich Untertitel und etwas mehr Vertrauen in die Englischkenntnisse deutscher Kinogänger und TV-Zuschauer.

Offizielle Webseite (DE)
Offizielle Website (UK)

Weitere Ausschnitte
  • Die ersten 4 Minuten
  • Alles Käse
  • Beim Arzt
  • Im Tierheim
  • Beim Tischgebet
  • Polizeikontrolle
  • Im Knast


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