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A Star Is Born (Filmkritik)

Jack (Bradley Cooper) ist Musiker und erfolgreich noch dazu. Leider bringt seine Alkoholsucht ihn dazu, immer weiter nach unten abzusteigen. Als er in einer Bar die Sängerin Ally (Lady Gaga) kennenlernt, entsteht so etwas wie spontane Zuneigung und siehe da – die beiden schreiben mehr oder minder einen Song gemeinsam. Das führt dazu, dass Jack sie auf die Bühne holt und ihr Duett ein Hit Wird.

Ally wird Teil der Band, Jacks Stern geht wieder auf und dann – dann wird Ally von einem Musikproduzenten abgeworben, der für sie die große Solokarriere sieht. Ally springt darauf an, verkauft sich und ihre Leidenschaft allerdings für billig Geld und Firlefanz. Jack sieht ihren tragischen Abstieg in den finanziellen Erfolg aber seelischen Ausverkauft, beginnt wieder zu trinken und wird immer mehr zur Belastung für seine – mittlerweile – Ehefrau …

Die Kritiken haben gejubelt. Die Bekannten haben den Film empfohlen und nach langem hin und her haben wir uns den Film eingesehen. Nach gut 60 Minuten war der Punkt erreicht an dem unweigerlich die Frage auftauchte: Dauert das noch lange? Und oh ja, das dauert noch ganz, ganz lange …

Was soll man von einem Film erwarten, dessen Drehbuch auf Einem Drehbuch Basiert, welches selbst auf einem Drehbuch basiert? In erster Linie wohl altbekanntes Material. Genau das bekommt man auch. Das Mädel vom „Land“, welches vom großen Künstler entdeckt wird, ihn dann überflügelt und berühmt wird, während er zugrunde geht. „Coyote Ugly“ minus der Wet-T-Shirt-Szenen, dafür mit mehr Seifenoper, wenn ich das mal so zusammenfassen darf.

Die persönlichen Dramen der Figuren haben mich leider in keiner Weise berührt, was wohl auch daran lag, dass ich Lady Gaga ihre Rolle einfach nicht wirklich geglaubt habe. Zu keiner Sekunde glaubte ich, dass jemand um 2 Uhr morgen einem Wildfremden plötzlich auf einem Parkplatz ein Lied vorsingt, weil sie ja „so voll von Musik ist, dass das einfach rausmuss“. Klingt jetzt seltsam und fühlte sich für mich im Film genauso seltsam und konstruiert an.

Davon abgesehen – ich habe die Inhaltsangabe oben ein wenig abgeändert. Das, was ich da oben geschrieben habe, passiert zwar tatsächlich im Film, aber leider nur am Rande. Der Film verliert für mich nach einer Zeit völlig den Fokus und die Macher vergessen darauf, um wen oder um was es jetzt eigentlich geht und sie eigentlich aussagen wollen. Deshalb zeigen sie alles. Was dazu führt, dass nichts davon wirklich Gewicht hat, geschweige denn berührt.

Was ich in „A Star Is Born“ sehe, ist tatsächlich über 2 Stunden verschenktes Potential, denn das wäre mit Sicherheit dagewesen. Die Geschichte, die ich im Film gesehen habe lautet kurz gefasst so: Jack liebt Ally, weil sie in ihrer Kunst aufgeht und weil sie etwas zu sagen hat und sie kann es durch inspirierende Musik tun. Die beiden feuern sich gegenseitig an und brennen gemeinsam in ungeahnten Höhen – sich selbst treu bleibend und verliebt. Dann wird Ally von einem Musikproduzente abgeworden, da dieser Ally als neue Popikone sieht. Ally verkauft sich und macht billige Massenwaremusik wie man sie im Dutzend günstiger bekommt, passt sich auch optisch und tänzerisch (Sex sells!) dem Markt an und verliert dadurch ihre Seele. Jack, der das mitansieht und ohnehin schon ein Alkoholproblem hat, versucht ihr zu sagen, was er beobachtet, schafft es aber nicht, ihr das so zu vermitteln, dass sie ihn versteht. Also wird es als Neid missverstanden, wenn er doch nur der Frau, die echt war und zu sich selbst stand, dabei zusehen muss, wie sie sich immer mehr verliert. Letzten Endes erkennt er, dass er der einzige ist, der sieht, wie „Ally“ sich in einer perversen Billigkopie ihrer selbst aufgibt und beschließt, sich lieber das Leben zu nehmen, als immer als „Neider“ gesehen zu werden.

Und ja, das kommt alles im Film vor. Nur leider wird die Sache in meinen Augen so dermaßen nebensächlich behandelt, dass sie unterging und die einzige Emotion, die ich am Ende verspürte, war Erleichterung, als der Film endlich vorbei war.

Vielleicht ist es ja tatsächlich ein super Film. Für mich blieb allerdings nur ein Gähnen übrig. Oh – Bradley Cooper hat großartig gespielt! Und Sam Elliot auch!

„A Star Is Born“ bekommt in seiner dritten Inkarnation 5 von 10 möglichen, weil die Musik streckenweise ja super ist, Punkte.



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