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Bethlehem

Nach einigen Tagen Jerusalem entschloss ich Mich zu einem Ausflug in das einstündig entfernte Bethlehem. Dem Geburtsort des Jesus Christi. Bethlehem gehört zum palätinesischen Autonomiegebiet (Westbank) und zählt ca. 25.000 Einwohner.
Ich machte mich also frühmorgens auf zu dem nahgelegenen Busbahnhof um mir die Tour dorthin zu sichern. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr, aber es war nicht mehr als 10 Euro.
Der Bus war dafür deutlich älter als 10 Jahre, geschätzte 20 Jahre hatte er bestimmt auf den Kasten.
Als ich es gemangaet hatte mein Ticket zu organisieren und das richtige Gefährt ausfindig zu machen, stieg ich ein. Mit mir ein Dutzend Araber. Ich war die einzige Europäerin. Die Fahrt verlief zunächst normal. Bis wir zum Grenzposten gelangen, der Israel von der Westbank trennte. Der Bus hielt an. Eine Reihe junger israelischer Soldaten bestieg den Bus. Kaum älter als ich, aber allesamt ausgerüstet mit schweren Waffen. Sie wollten umgehend sämtliche Pässe sehen. Hauptsächlich die meiner arabischen Weggefährten. Dabei wirkten die Kindersoldaten irgendwie bedrohlich und amüsant zu gleiuch. Ich war mir nicht sicher, ob ich über diese bizarre Situation lachen oder schockiert sein sollte. Mussten die armen Menschen, die einfach nur in ihr Land einreisten, tatsächlich solche Strapazen akzeptieren? Ja,mussten sie.
Alles verlief jedoch glimpflich. Keine Schießereien oder ähnliches.
Die Fahrt führte mitten durch Natur und kleine Dörfer und ich starrte einfach nur raus und liess mich von dem atemberaubenden Blick fazinieren.
Eine Stunde später befand ich mich in Bethlehem. Nur eine Stunde weg und doch wirkte es wie eine andere Welt. Ich fühlte mich ein bisschen wie in Amman.
Die Innenstadt war voll von Menschen, rechts und links priesen eifrige Händler ihre Waren an. Auf Arabisch versteht sich. Die Stadt war schon schön. Ich schlenderte auf die Kirche zu. Die Geburtstkirche. Hier soll unser Jesus das erste Licht der Welt erblickt haben. Ich verspürte nicht, wie erwartet, Ehrfurcht oder innere Euphorie. Ich war einfach nur erschöpft. Irgendwie sind diese vielreichen Eindrücke erschlagend. Ich schlenderte etwas weiter und entdeckte schließlich etwas abgelegen einen Beautysalon. Etwas Entspannung und Wellness. Genau das richtige jetzt.
Ich betrat den Laden und war anscheinend der einzige Kunde. Auch gut. Eine junge Frau kam mir sofort entgegen. "Was kann ich für dich tun?" Mir fiehlen meine armen Füße ein, die mich nun schon seit Tagen tragen und dringend eine Belohnung verdient hatten" "Einmal Pediküre,bitte" Und schwupps, saß ich auch schon auf dem Stuhl. Die junge Frau zeigte sich gesprächig. Sie kam aus Südamerika und war für ihren Mann, einem Palästinenser, hierher gekommen. Nun lebt sie schon seit vier Jahren in dem Unruhekessel. Ihre Familie hat sie zurückgelassen. Was tut man nicht alles der Liebe wegen?
Ihre Methoden waren auch nichts für Weicheier. Sie bearbeitete meine Hornhaut mit einer Rasierklinge. Aber ich wagte es nicht meine Furcht zu zeigen. Wahrscheinlich hatten meine Füße es wirklich bitter nötig. Anschließend überredete sie mich noch für eine Augenbrauenkorrektur und Make-Up. Falsche Entscheidung. Ich mein, die Augenbrauen waren wirklich top danach. Aber das Make-Up? Ich sah aus wie nach einer schlechten Faschingsparty aus den 80-er Jahren.
Ich bedankte mich dennoch höflich und verließ den Laden. Auf der Straße erhielt ich viele fragende Blicke. Irgendwann hielten meine empfindlichen Augen dem Make-Up nicht mehr stand und tränten wie nichts gutes.
Das war ein Zeichen zurück in mein Hotel zu fahren und schlafen zu gehen. Ich schnappte mir den nächsten Bus, liess die nächste Durchsuchung am Kontrollposten über mich ergehen und fiel dann nach Ankunft in Jerusalem regelrecht in mein Bettchen.
(Quelle: http://www.insightguides.com/docs/images/thickbox/c881d4a4-64c5-4e08-b555-a1b8bdde44e5.Israel-Bethlehem-westbank.jpg)


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