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Neuer Panzersprecher: Bewerbungsschreiben in der "Tagesschau"

Es ist diese Von Der öffentlichen Wahrnehmung gänzlich unabhängige Unabhängigkeit, die wahre Freiheit bedeutet. So wie sich wahre Macht im Kreise Gleichgesinnter ohne Maske zeigt, auch wenn sie wissen muss, dass Bürgerinnen und Bürger darauf entsetzt, enttäuscht und konsterniert reagieren werden, ist innere Überzeugung vom Richtigen nicht darauf angewiesen, verstanden oder allgemein akzeptiert zu werden. Es braucht einen Mutigen, der die Wahrheit ausspricht, selbst wenn es in der "Tagesschau" geschieht und als Bewerbungsschreiben für ein Staatsamt verstanden wird.  

Wüste Angriffe auf die ARD

Kleingeistig und kariert, wer angesichts der langen Geschichte von Seitenwechseln aus der unabhängigen Parteipresse in verantwortungsvolle Regierungsämter beginnt, über einen Einzelfall zu richten, der im Grunde genommen nicht vor einer unzulässigen Verquickung des Personals staatsnaher Sender und der Politik, sondern von der großen inneren Unabhängigkeit des Staatsfunks erzählt.

Eben noch hatte der als ARD-Journalist auftretende Michael Stempfle den kommenden Verteidigungsminister Boris Pistorius als einen "Vollblutpolitiker, der anpackt" gelobt. Und schon wurde der bis dahin als SWR-Korrespondent im ARD-Haupt­stadt­studio für die Themen Innere Sicherheit und Terrorismus zuständige "Medienprofi mit viel Erfahrung" zum "Leiter Stab Informationsarbeit", also zum neuen Sprecher des Verteidigungs­ministeriums unter Boris Pistorius. Das Bewerbungsschreiben in der "Tagesschau" wirkte, so bemängeln Kritiker, Stempfle habe sich an seinen neuen Vorgesetzten herangeschmissen und den neuen Minister damit gezwungen, den ebenfalls von der ARD ins Ministerium gewechselten früheren Sprecher Christian Thiels auf einen anderen Versorgungsposten abzuschieben.

Falscher Vorwurf der Staatsnähe

Allein dieser Vorgänger zeigt, dass der Vorwurf Der Staatsnähe nicht zieht. Mögen auch zuletzt zahlreiche unabhängige Mitarbeiter der Gemeinsinnmedien die vermeintlichen  Seiten gewechselt haben, so dienen sie doch ebenso wie die Kolleginnen und Kollegen der privaten Medienheuschrecken, die sich nach dem Regierungswechsel in den Dienst der verschiedenen Ministerien stellten, weiterhin derselben Sache. Stempfle etwa kümmerte sich stets um das Wohl der deutschen Sozialdemokratie, als Verteidigungsexperte warf er sich in Krisensituationen mannhaft vor den Kanzler und wenn Sozialdemokraten auf Reisen gingen, stand er fest an ihrer Seite. Gemeinsam feierte man auf dem Balkon in Kiew, beinahe im Bombenhagel. Gemeinsam ließ man sich nicht ein auf einen "Kulturkampf von rechts". Niemals wurde es für den Sender nötig, sich von einem mutigen Stempfle-Kommentar zu distanzieren.

Der Vorwurf der "Staatsnähe", wie ihn Verächter des Gemeinsinnfunks nun in Organen der privaten Presse aus Gründen des Eigennutzes nahezulegen versuchen, klingt ebenso hohl wie die kürzlich erhobene Forderung an den neuen ARD-Moderator Louis Klamroth, seine Liebesbeziehung zur führendsten deutschen Umweltaktivistin Luisa Neubauer unterliege der neuen Bundesmeldepflicht für private Beziehungen. Mögen beim Internet-Lexikon Wikipedia auch wahre Vernichtungskämpfe um die Deutungshoheit über den Wechsel Stempfles aus der ARD-Reporterrolle in die kaum weniger verantwortungsvolle Rolle des SPD-Ministersprechers toben - Fakt ist, dass der Postenwechsel unmittelbar zur so oft und fast schon penetrant geforderten Transparenz der öffentlich-rechtlichen Medien beiträgt. 

Man kennt sich, man mag sich, man zieht am selben Strang. Und darf das nun auch offiziell tun.



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