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Sag, Gudrun, wie hältst du es mit der Religion?

Tja, wie halte ich es Mit Der Religion?
Der Katholikentag in Leipzig ist zu Ende. Warum man sich für Leipzig entschieden hat erschließt sich mir nicht ganz. Deutschlandradio Kultur spricht von einem Experiment, andere wie das ZDF sprechen von einer Glaubensfeier in der absoluten Diaspora. Was das ist kann jeder hier nachlesen. Ich habe keine Lust, es zu erklären.

Man ist nach Leipzig gekommen, um den Glauben zu feiern, war zu hören und zu lesen. In meiner Stadt ist jeder willkommen, der nicht zum Schaden der Gesellschaft auftritt. Leipzig ist für seine Gastfreundschaft bekannt. Also gab es keinen Grund, nicht hier zu feiern. Es gab zum Katholikentag Veranstaltungen ohne Eintritt und mit dem erklärten Ziel, mit Nichtgläubigen ins Gespräch zu kommen. Ich habe sie nicht aufgesucht. „Politik und Beten“ ist nichts für mich.

Manchmal lese ich, Dass christliche Religion unsere Kultur ausmacht.
Na ja, sie gehört sicher dazu, aber was war in der Zeit v. Chr.? Da gab es auch Kultur, Schriften, Lehren …

Ich finde es gut, dass Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert ist, aber genauso gut finde ich das Recht, keiner Religion angehören zu müssen. Nein, man muss mir nichts erklären. Meine Einstellung kommt nicht aus Unwissenheit.
Manchmal bringt man als Begründung, dass Atheismus der DDR und der SED angelastet werden müssen. In meinem Falle haben die überhaupt nichts damit zu tun.

Von der Familie väterlicherseits ist nicht bekannt, ob die irgendwann einer Kirche angehörten. So weit es zurückverfolgbar ist, waren sie es nicht. Sie waren Beamte, Lehrer, in Bildungsvereinen und Lesezirkeln organisiert, gesellschaftlich recht rege. Ich bin so erzogen worden, mich in die Gesellschaft aktiv einzubringen, nach humanistischen Idealen zu streben. Einen Glauben brauche ich für mein Handeln nicht.

Mein Opa mütterlicherseits war Anfang 1916 auf Heimaturlaub von der Westfront im ersten Weltkrieg gekommen. Er ging mit seiner Frau zum Standesamt (später hat er sich für strikte Trennung von Kirche und Staat eingesetzt) und trat aus der evangelischen Kirche aus. Im Dezember 1916 wurde meine Mutter geboren. Sie ist nicht getauft.
Den Opa stank es mächtig, wie die Kirchen im ersten Weltkrieg auftraten. Es ging ihm gegen den Strich, dass jeden Tag und bevor das Gemetzel und Sterben anfing „Helm ab zum Gebet“ befohlen wurde, der Priester die Waffen segnete und auf dem Koppel stand „Gott mit euch“.

Ich weiß, dass man versucht hat, solche Dinge in den Kirchen aufzuarbeiten. Unsere Familie hatte sich entschlossen, das Leben ohne Religion und Kirche zu gestalten. Das war so und das wird sicher so bleiben. Ich akzeptiere, dass manche meiner Mitmenschen ihren Glauben feiern, erwarte aber auch, dass man akzeptiert, dass nicht jeder mitfeiern möchte und auch zu manchem eine andere Meinung hat.
Bei bestimmten gesellschaftlichen Anlässen und Aufgaben ist Glaube gar nicht wichtig. Jeder muss seinen Weg finden, so oder so und manchmal gemeinsam.

Glaube und Religion

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