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Flathunting – die Jagd nach einem Dach über dem Kopf

„My home is my castle“

Da ich glücklicherweise für mein erstes Monat eine Unterkunft bei einer unglaublich netten Gastfamilie hatte und kein überteuertes Hotel behausen musste, hatte ich keinen Stress bei der Wohnungssuche.

Der Immobilienmarkt in London ist ein sehr schnelllebiger und man kann oft schon am nächsten Tag einziehen. Dagegen ist es sehr selten, etwas im Voraus, sagen wir einmal 3 Monate, zu finden.

Ich machte mich also auf die Suche nach einer Unterkunft, wegen der hohen Mietpreise war mir sofort klar, dass es eine WG sein muss. Mehrmals am Tag durchforstete ich adiverse Seiten wie etwa spareroom.co.uk oder gumtree.com – Spareroom ist meiner Meinung nach die beste Seite um WGs „Flatshares“ zu finden.

Meine ersten Besichtigungstermine waren festgelegt und ich wusste, dass mich so einiges erwarten wurde. Mir war durchaus bewusst, dass der Standard nicht mit dem in Österreich zu vergleichen ist und man sich NIE, NIE die Frage stellen sollte – was bekomme ich in Österreich für das Geld?! Obwohl mir also bewusst war, dass ich mich auf einiges gefasst machen musste, waren meine ersten Besichtigungen leider sehr ernüchternd. Jede Einzelne davon brachte mich entweder zum Schmunzeln, Verzweifeln oder zum schnellen Verlassen des Hauses – meine 10 Erkenntnisse aus 13 Wohnungsbesichtigungen innerhalb von 2 Wochen kompakt zusammengefasst:

  1. Eine Fassade ist eine Fassade ist eine Fassade – nicht mehr und nicht weniger – ein Haus kann von außen noch so traumhaft aussehen, es sind – so wie beim Menschen – die inneren Werte die zählen.
  2. Wohnungen werden sowohl über Makler, als auch privat (weiter)vermietet. Besonders wenn man sich eine Besichtigungen mit einem “Agent” ausmacht, sollte man damit rechnen, dass man nicht die einzige Person ist, die sich die Wohnung ansieht. Dies wurde mir bewusst, als ich im Gänsemarsch mit 5 anderen Personen durch eine winzige Wohnung schlenderte.
  3. Spontanität ist gefragt! Besichtigungen plant man höchstens eine Woche im Voraus, oft jedoch am selben Tag oder sogar nur einige Stunden zuvor.
  4. Entschlossenheit – wenn es dir gefällt – nimm die Wohnung sofort! Abwarten und Tee trinken ist in diesem Fall nicht empfehlenswert- bei der Wohnungssuche haben eindeutig die schnelleren die Nase vorne und bekommen den Zuschlag.
  5. Selbstvermarktung ist gefragt – ganz egal, ob man zukünftige Mitbewohner oder den Vermieter trifft – am besten sollte man sich schon vorher überlegen, wie man sich in kürzester Zeit bestmöglich vorstellt und einen guten Eindruck hinterlässt – wenn nämlich die Nachfrage groß ist, wird oft nach Sympathie und “Lifestyle” entschieden.
  6. Grenzen kennen – Mieten in London ist teuer, besonders wenn noch Extrakosten wie Maklerprovision und “Holding Deposit” dazukommen. Holding Deposit bezahlt man dann, wenn man eine Wohnung haben möchte und der Makler/Vermieter diese Wohnung vom Markt nimmt. Meistens wird dann noch ein “Reference Check” gemacht, um die Kreditfähigkeit zu prüfen und erst dann bekommt man den entgültigen Zuschlag. Teil des Holding Deposits sind meistens Maklerkosten und ein anderer Teil ist wiederum Teil der ersten Miete. Leider gibt es dieses Vorgehen nicht nur bei Maklern, sondern auch immer öfter bei privaten Vermietern.
  7. All Inclusive – es ist wichtig darauf zu achten, was in der Miete alles inkludiert ist und ob man sich um einige Rechnungen selbst kümmern muss. In vielen Fällen sind Strom, Gas, W-Lan, Council Tax inkludiert und immer öfter ist auch eine wöchentliche Reinigung inklusive, was einem besonders in einer WG viel Stress ersparen kann.
  8. Infrastruktur – ein Thema, das in London sehr wichtig ist. Besonders die öffentliche Anbindung ist wichtig, und man sollte beim Flathunting darauf achten, welche U-Bahn und Bus-Linien in der Gegend verkehren und wie lange der Weg in die Arbeit, zur Uni etc. ist. Ebenso wichtig sind Supermärkte – wenn man so wie ich vom Land kommt, ist man es gewohnt seinen Lebensmitteleinkauf mit dem Auto zu machen. Wenn man allerdings seinen Einkauf zu Fuß nachhause bringen muss, sieht die Sache schon ganz anders aus und man überlegt sich zwei Mal, ob man jetzt wirklich noch eine zweite Mineralwasserflasche kauft oder nicht – letztendlich sind einem beim Einkaufen gewichtsmäßig Grenzen gesetzt.
  9. Community – es zahlt sich aus, nicht nur auf dem konventionellen Weg eine Wohnung zu suchen. Letztendlich habe ich meine Wohnung nicht über die oben beschriebenen Seiten gefunden, sondern über Facebook. Wer hätte das gedacht! Es kostet kein Geld und auch nur wenig Zeit und man sowieso Facebook Benutzer ist, ist es ein Leichtes einen Beitrag zu verfassen. Es gibt unzählige Gruppen auf Facebook und mit ein bisschen “Community-Power” kann man relativ schnell etwas Passendes finden.
  10. Von der Bettdecke bis zum Nudelsieb ist meistens alles vorhanden. Wohnungen in London werden zum Großteil vollmöbliert und vollausgestattet vermietet. Bis auf ein paar private Gegenstände und Dekomaterial braucht man eigentlich fast gar nichts mitnehmen.

Obwohl es manchmal unmöglich scheint, man findet sie – die Wohnung in der man sich wohlfühlt und man der Hektik des Alltags entfliehen kann. Alles was man dazu braucht ist Geduld, Hartnäckigkeit und ein zugedrücktes Auge – denn Kompromisse sind vorprogrammiert.

Euer Blondschopf




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