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Paul McCartney & Wings – Wild Life

Paul McCartney hat mal wieder in seinen Archiven kramen lassen – und so stehen in diesen Tagen gleich zwei Wiederveröffentlichungen wichtiger McCartney-Platten an. Den Anfang macht heute das Wings-Debütalbum “Wild Life”.

Nach der Trennung der Beatles hatte der gute Paul mit “McCartney” (1970) und “Ram” (1971) zunächst zwei Soloplatten veröffentlicht. Bei letzterem hatte der einstige Pilzkopf Aber musikalische Unterstützung von Ehefrau Linda. Lief offenbar so gut, dass er mit seiner Angetrauten – sowie dem Ex-Moody-Blues-Gitarristen Denny Laine und dem Drummer Denny Seiwell – noch im August des selben Jahres eine Band gründete: die Wings.

Klingt sensationell, wurde aber zunächst gar nicht so sensationell rezipiert. Das Publikum strafte die Wings und ihr Debütalbum “Wild Life” zwar nicht mit kompletter Ignoranz und Missachtung, allerdings enttäuschte die binnen einer Woche eingespielte Platte für McCartney-Verhältnisse dann doch mit einem mauen zehnten Platz in den US-Charts. Im Heimathafen UK war sogar nur Platz elf drin. Und auch die Kritiker konnte das Machwerk seinerzeit nicht überzeugen.

Man ahnt die Gründe. Der große Wurf ist “Wild Life” sicher nicht. Die Texte sind vergleichsweise schlicht, und auch musikalisch ist das Ganze nicht wahnsinnig innovativ. Wahrscheinlich auch der Fluch der guten Tat: Die Ansprüche an ein McCartney-Album waren ob Pauls Beatles-Vergangenheit so hoch, dass er sie solo (noch) unmöglich erfüllen konnte.

Retrospektiv ist die Platte aber sicher auch nicht so schlecht, wie sie seinerzeit gemacht wurde. Der Sinn für gute Melodien ist McCartney auch damals noch nachzuweisen. Zudem spiegelt die recht abwechslungsreiche Platte ja auch irgendwie ganz interessant McCartneys anfängliche Orientierungslosigkeit in der Post-Beatles-Ära wider, sie wirkt mal halbseiden, mal genial, mal euphorisch, mal traurig. Ein Ex-Beatle, der noch nicht so recht weiß, was er vom Rest des Lebens will. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst.

Und klar, während die Musikgeschichte ohne Songs wie “Bib Bop” oder die lahmarschige Pseudo-Reggae-Nummer “Love Is Strange” keinen Deut schlechter dran wäre, gehen manche der Songs durchaus heute noch klar: die nette Pop-Nummer “Tomorrow” beispielsweise. Oder das titelgebende, emotional vorgetragene “Wild Life” – wirkt ehrlich, absolut authentisch. Oder das an Lennon gerichtete “Dear Friend”, mit dem McCartney den öffentlich ausgetragenen Streitereien ein Ende setzen wollte.

Keine Frage: Insgesamt ist die zweite Seite des Albums die deutlich stärkere. Aber bis dahin hatt der eine oder andere Hörer damals wohl auch schon aufgegeben.

Die Wiederveröffentlichung kommt nun in mehreren Formaten daher, darunter in einer Luxusversion (3CD, 1DVD), die uns aber nicht vorlag. Auf dieser finden sich neben dem Originalalbum mehrere nette B-Seiten, Home-Recordings uns bisher unveröffentlichte Tracks. Auf der DVD sind akustische Homevideos, Proben und Behind-the-Scenes-Material zu sehen. Dazu gibt es ein 128-seitiges Buch mit vielen bis dato unveröffentlichten Bildern von Linda McCartney, erweiterten Album- und Single-Artwork aus dem Archiv und der Geschichte hinter dem Album – inklusive Track-by-Track-Informationen und neuen Interviews mit Paul McCartney und dem Personal des Schlüsselalbums, geschrieben von David Fricke.

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Fazit: Debüt mit Hindernissen.

Anspieltipps: Tomorrow, Dear Friend, Wild Life

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