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Paul McCartney -Flowers In The Dirt

Paul McCartney stöbert weiter in seinen Archiven. Mit „Flowers In The Dirt“ (1989) steht nun die nächste Wiederveröffentlichung aus der Paul-McCartney-Archive Collection-Reihe im Plattenregal. 

Lange Zeit schien es so, als würde alles, was Paul Mccartney anfasst, zu Gold. Misserfolg war für den Mann viele Jahre ein Fremdwort. Nach dem Mega-Success mit den Beatles in den Sechziger Jahren mischte der Gute mit den Wings in den Siebzigern einfach weiter die Hitparaden auf. Und als dann die Achtziger anbrachen, war Paul auch als Solokünstler noch eine sichere Bank. Die erfolgreichen Kollaborationen mit Michael Jackson und Stevie Wonder machten ihn der nächsten Musikfan-Generation zugänglich.

Mitte der Achtziger begann der Stern des früheren Pilzkopfs dann aber plötzlich zu sinken. Erst floppte der Musical-Film „Give My Regards To Broad Street“ (1984) an den Kinokassen, und dann ging auch noch das Album „Press To Play“(1986) mit seinen billig wirkenden Synthie-Sounds in die Binsen.

Plötzlich war bei Paul McCartney Druck auf dem Kessel. Der Brite erkannte, das sich etwas ändern musste. Sein Manager machte ihn daraufhin mit dem jungen Songwriter Elvis Costello bekannt und man entschied sich, zusammenzuarbeiten.

Ein Glücksfall für den guten Paul.

Nicht nur, dass Costello den Ex-Beatle dazu brachte, seinen legendären Höfner-Bass wieder zu reaktivieren. Nein, vielmehr: Costello und McCartney, die ein Drittel der Songs von „Flowers In The Dirt“ gemeinsam erschufen, das hatte ein bisschen etwas von Lennon/McCartney: Elvis gab den scharfzüngigen Zyniker, McCartney wie immer den Romantiker. Eine Erfolgsformel. So entstanden ambivalente Songs, die McCartney alleine nie so hinbekommen hätte. Die melodische Single „My Brave Face“ zählt dazu, und auch das Duett „You Want Her Too“, das McCartney mit Costello singt.

Schade war eigentlich nur, das McCartney Costello dann doch nicht so hundertprozentig über den Weg traute, und noch weitere Produzenten mit an Bord holte. So landeten eben nur vier der 15 Songs, die die beiden gemeinsam geschrieben hatten, letztlich auf „Flowers In The Dirt“. McCartney ist hier spürbar der Panik zum Opfer gefallen, suchte verzweifelt in mehreren Genres nach dem einen, ihn rehabilitierenden Hit. Diese Inkonsequenz ist einerseits interessant, auch historisch betrachtet, schadet dem Album hier und da aber auch etwas. Die Synthie-Funk-Nummer „Rough Ride“ hätte nie auf der Platte landen dürfen – und wäre es wohl auch nicht, hätte Costello mehr zu sagen gehabt.

McCartney war und ist aber ein außergewöhnlicher Musiker, und im Großen und Ganzen funktioniert das Album auch. Zu den Highlights gehören sicherlich „We Are Married“, auf dem Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour zur Klampfe greift, und „Put It There“ mit George Martins wundervollen Steicherarrangements.

Am Ende war der gute Paul wieder rehabilitiert, der Superstar-Status gefestigt. Es hätte anders laufen können. Es ist vor allem einem Brille tragenden Buddy-Holly-Verschnitt aus Paddington zu verdanken, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Das „Flowers In The Dirt“-Deluxe-Edition-Box-Set enthält neben umfangreichen Audio- und Videomaterial weiteres exklusives Material, wie etwa ein 32-seitiges Büchlein mit Pauls handgeschriebenen Texten und Notizen, einen Katalog für Linda McCartneys „Flowers In The Dirt“-Fotoausstellung von 1989, ein 64-seitiges Fotobuch mit dem Musikvideo für „This One“, sowie ein speziell angefertigtes 112-seitiges Buch mit der kompletten Entstehungsgeschichte des Albums, die in ausführlichen Interviews mit Paul, Elvis Costello und anderen wichtigen Beteiligten erzählt wird. Zusätzlich zu einem ausführlichen Track-By-Track enthält das Buch Album- und Singleartworks und bisher unveröffentlichte Fotos von Linda McCartney. Für den kleineren Geldbeutel steht auch eine 2-Disc-Version des Albums mit zusätzlichem Audiomaterial zur Verfügung.

Fazit: McCartney singt sich aus der Krise.

Anspieltipps: My Brave Face, You Want Her Too, We Got Married, Put It There



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