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Bilderbuch – Magic Life

Die österreichischen Styler von Bilderbuch haben den Nachfolger des gefeierten „Schick Schock“ veröffentlicht: Das neue Album „Magic Life“ kommt noch um einiges versponnener und experimenteller daher als der Vorgänger.

Auf „Magic Life“ muss man sich einlassen wollen. Es ist keines dieser Alben, von denen man sich mal eben im Hintergrund berieseln lässt. Man muss schon wirklich bei der Sache sein. Und so fällt es am Anfang auch nicht leicht, den Jungs Hier zu folgen. Zwar rührt die Combo auch hier ihren altbekannten Stilmix aus Rock, Art-Pop, Funk und R’n’B an. Garniert diesen mit dem deutsch-österreichisch-englischen Auto-Tune-Gesang von Maurice Ernst, der immer klingt, als würden Prince und Falco gemeinsame Sachen machen. Aber: Es gibt weniger Songs, die beim ersten Hören haften bleiben, weniger Nummern, die Hit-Potenzial haben. Eigentlich ist nur „Bungalow“ ein solcher. Sonst: Viele verschleppte Beats, viele sperrige Melodien. Neue Einflüsse aus Trap, Reggae und Gospel. Bilderbuch geben sich noch verspielter, auf Konventionen scheißender, fragmentarischer, tollkühner, ja, auch verkopfter, als man es von ihnen ohnehin schon kennt.

Dieses Fragmentarische, sowohl in den Texten als auch in der Musik, wirkt auf den ersten Blick immer oberflächlich, als das Besingen läppischer first world problems („Ich brauch Power für mein Akku“, heißt es in „Bungalow“ etwa), ist aber genau das Gegenteil. Der Wandel, der Bruch ist die Grundidee in der Musik Bilderbuchs – und als solcher irgendwo auch eine politische Stellungnahme zum gesellschaftlichen Kontext, in der das Album entstanden ist, ein sozialkritischer Kommentar in ironischer „Superfunkypartytime“-Manier. Auch wenn Bilderbuch auch immer irgendwo Teil der Blase sind, die sie hier zum Platzen bringen wollen.

Bilderbuch hätten es sich nach dem großen Erfolg von „Schick Schock“ (2015) einfacher machen können, die Erfolgswelle weiter reiten und eher das Mainstream-Formatradio bedienen können. Sie haben sich mit „Magic Life“ gegen den Kommerz und für die Kunst entschieden.

Heimlicher Star des Albums: Gitarrist Mizzy, der sein Instrument hier wie der Hergott persönlich spielt. Und das schreibt ein Agnostiker.

Fazit: So sweet. Deutschsprachige Musik ist wieder sexy.

Anspieltipps: I



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